Am Flugloch in Berghofen: An warmen Tagen ist hier von morgens bis abends Betrieb.
Winter, Frühling, Sommer und Herbst: was die Bienen das Jahr über tun, wie aus Nektar und Honigtau Honig wird und was ich dabei mache.
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Winter
Das große Zusammenrücken
Draußen ist es still, drinnen geht das Leben weiter. Die Bienen ziehen sich zu einer dichten Kugel zusammen, der Wintertraube, mit der Königin in der Mitte. Mit ihren Flugmuskeln erzeugen sie Wärme, ohne die Flügel zu bewegen, und halten den Kern der Traube so bei etwa 20 Grad. Dabei tauschen sie ständig die Plätze, damit keine Biene zu lange am kalten Rand sitzt.
Winter in Berghofen: Draußen liegt Schnee, drinnen hält die Wintertraube das Volk warm
Wussten Sie?
Eine Sommerbiene lebt nur wenige Wochen. Eine Winterbiene dagegen vier bis sieben Monate, denn sie muss das Volk bis ins Frühjahr bringen.
Was ich jetzt mache
Fast nichts, und genau das ist wichtig. Ich schaue nur, ob die Fluglöcher frei sind, und lege ab und zu das Ohr an die Beute. Ein tiefes, gleichmäßiges Brummen heißt: alles in Ordnung.
Und dann kommt dieser eine milde Tag im Spätwinter, auf den ich mich jedes Jahr freue …
Sobald es draußen um die zehn Grad warm ist, fliegen die ersten Bienen zum Reinigungsflug aus. Den ganzen Winter über haben sie ihren Kot gehalten, jetzt geht es endlich nach draußen. Kurz darauf blühen Weiden, Obstbäume, Löwenzahn und Raps. In wenigen Wochen wird aus dem kleinen Wintervolk wieder eine richtige Stadt. Im Sommer leben in einem Stock 40.000 bis 60.000 Bienen.
Frühling in Dortmund: eine Wabe voller Bienen, dahinter blühen die Obstbäume
2.000
Eier kann eine Königin in der Hochsaison an einem einzigen Tag legen.
Aus dem ersten Nektar des Jahres wird unser Frühjahrshonig, bei uns vor allem Rapshonig. Er ist sehr hell und mild und wird schnell fest, deshalb rühre ich ihn cremig. Für mich ist er jedes Jahr das Zeichen: Die Bienen sind wieder da.
Im Mai passiert manchmal etwas ziemlich Dramatisches: Ein starkes Volk schwärmt. Die alte Königin zieht mit rund zwei Dritteln der Bienen aus, und kurz darauf hängt der Schwarm als dicke Traube in einem Baum oder an einem Zaunpfahl. Von dort schicken die Bienen Kundschafterinnen los, die eine neue Bleibe suchen. Wenn ich rechtzeitig da bin, fange ich den Schwarm ein und gebe ihm ein neues Zuhause.
Ein Schwarm hat sich an einem Zaunpfahl niedergelassen, daneben wartet schon eine Beute als neues ZuhauseWeiter: Sommer →Sommer
Die große Sammelzeit
Jetzt ist Hochbetrieb. Meine Bienen fliegen in die Gärten, Parks und Felder rund um Berghofen und holen Nektar von Klee, Brombeere, Akazie, Ahorn und Obstbäumen. Dazu sammeln sie Honigtau: süße Tröpfchen, die Blattläuse und andere kleine Insekten auf den Blättern der Bäume hinterlassen.
Schwer, warm und duftend: eine reife, verdeckelte Wabe
Der Schwänzeltanz
Hat eine Sammlerin eine gute Futterquelle gefunden, tanzt sie im Stock. Aus der Richtung und der Dauer ihres Tanzes lesen die anderen ab, wohin und wie weit sie fliegen müssen.
Im Stock geht die Arbeit weiter. Die Bienen fächeln mit den Flügeln, bis im Nektar nur noch knapp unter 20 Prozent Wasser stecken. Dann verschließen sie die Zellen mit einem dünnen Wachsdeckel, und erst jetzt ist der Honig reif. Eine einzelne Biene schafft in ihrem Leben nur einen kleinen Bruchteil eines Teelöffels. In jedem Glas steckt also die Arbeit von sehr vielen Bienen.
Mein liebster Tag im Jahr
Der Erntetag. Ich ziehe die erste volle Wabe aus der Beute, sie ist schwer und warm und riecht nach Honig und Wachs. Das vergisst man nicht.
Danach schleudere ich den Honig und rühre einen Teil davon cremig. Mehr passiert nicht: Es kommt nichts dazu, so wie es sich für echten Honig gehört.
Seit einigen Jahren jagt auch bei uns die Asiatische Hornisse. Sie fängt Bienen direkt vor dem Flugloch ab, und gerade im Herbst sind ihre Völker am größten. Für mich heißt das: genau hinschauen und jeden Verdacht melden.
Nach der Ernte geht es darum, dass die Völker stark in den Winter kommen. Sie brauchen genug Futter und müssen gesund sein. Ich füttere ein und behandle gegen die Varroamilbe, einen Parasiten, der den Bienen sehr zusetzt.
Im Stock passiert jetzt etwas, das ziemlich hart klingt: Die Drohnen, die den ganzen Sommer mitgefüttert wurden, werden hinausgeworfen. Imker nennen das die Drohnenschlacht. Für den Winter braucht das Volk die Männchen nicht mehr, und jeder Esser weniger schont die Vorräte.
JanuarWinterruheDie Bienen sitzen in der Wintertraube und wärmen sich. Am Bienenstand ist es still, ich störe die Völker nicht.
FebruarErste AusflügeAn milden Tagen machen die Bienen ihren Reinigungsflug. Die Königin beginnt langsam wieder, Eier zu legen.
MärzFrühlingserwachenHasel, Weide und Krokus liefern den ersten Pollen. Das Volk wächst, und ich schaue zum ersten Mal hinein.
AprilVolle KraftKirschen und Obstbäume blühen. Die Mäusegitter kommen ab, die Völker werden stark, und ich setze den Honigraum auf.
MaiRapsblüteDie gelben Felder blühen, und es gibt die erste Ernte: unseren Rapshonig. Jetzt beginnt die Schwarmzeit.
JuniSchwarmzeitDie Völker sind am größten. Ich kontrolliere regelmäßig, damit kein Schwarm davonfliegt.
JuliSommerernteKlee, Brombeere und Obstgärten rund um Berghofen liefern die Sommertracht. Im Juli ernte ich unseren Sommertrachthonig.
AugustEinfütternNach der Ernte bekommt jedes Volk 15 bis 20 kg Zuckersirup als Wintervorrat. Gesundheitskontrolle der Bienen.
SeptemberWinterbienenDie langlebigen Winterbienen schlüpfen. Vor die Fluglöcher kommen die Maulkörbe gegen die Asiatische Hornisse, sie schützen die Bienen beim Starten und Landen.
OktoberJetztLetzte PollenAn sonnigen Tagen sammeln die Bienen die letzten Pollen. Die Völker sind winterfest.
NovemberRuhe kehrt einEs wird kalt, die Bienen ziehen sich zur Wintertraube zusammen. Ab Ende November kommen Schutzgitter gegen Mäuse vor die Fluglöcher.
DezemberWinterbehandlungIn der Brutpause behandle ich die Völker mit Oxalsäure gegen die Varroamilbe.
Danke, dass Sie bis hierher gelesen haben. Wenn Sie Fragen an mich haben, rufen Sie mich gern an oder schreiben Sie mir per WhatsApp. Lieber schriftlich? Dann nutzen Sie einfach mein Kontaktformular, ich melde mich persönlich bei Ihnen.
Was gerade in den Völkern passiert, zeige ich auf Instagram und YouTube. Ausführlich erzähle ich es in meinem Bienentagebuch „Stockgeflüster aus Dortmund-Berghofen“.
Hinweis: Die Produktfotos unserer Honiggläser, des Blütenpollens und der Rohpropolis, die Bilder zur Bienenpatenschaft und zur Bienenvolk-Miete, die Illustrationen zu unseren Spenden, die Hornissen-Vergleichsgrafik, die Produktfotos unserer Kerzen (die Kerzen sind echt, Hintergrund und Licht wurden mit KI gestaltet) sowie das Motiv unseres Geschenkgutscheins wurden mit Künstlicher Intelligenz erstellt und sind am Bild als „KI-generiert“ gekennzeichnet. Alle anderen Fotos sind echte Aufnahmen aus unserer Imkerei und unseren Projekten.